Von der GFG zu abilia
Die "Gesellschaft zur Förderung geistig Behinderter GFG in Basel" ändert nach 37 Jahren ihren Namen in abilia. Die Präsidentin der Vereins, Margreth Spöndlin-Weiss beschreibt in ihrem Artikel den Weg von der GFG zur abilia.
Margreth Spöndlin ist seit 2002 Präsidentin von abilia
Namen können reine Modeerscheinungen sein. Sie können auch durch Entwicklungen überholt und unpassend erscheinen. Vor 37 Jahren waren die ersten drei Wohnheime eröffnet, ein passender neuer Name wurde in "Gesellschaft zur Förderung geistig Behinderter", kurz GFG, gefunden. Weitere Wohnheime kamen dazu. Im letzten Jahrzehnt kamen auch ganz neue Anforderungen in der Behindertenpolitik dazu. Normalisierung heisst das Stichwort.
Die alten Villen – mit betreutem häuslichem Wohnen und integrierter Beschäftigung für geistig behinderte Menschen – wurden ungeeignet. Das Leben in der Institution musste erneuert werden. Auswärtiges Arbeiten oder interne Kurse für die BewohnerInnen wurden gefördert. Auch die Infrastruktur musste den neuen Bedingungen angepasst werden: Alte Häuser mussten verlassen werden, neue wurden und werden bezogen. Ein grosser Erneuerungsschub steht mit der Eröffnung des Neubaus an der Amerbachstrasse vor dem Abschluss.
Der Name GFG wurde definitiv als überholt und nicht mehr zeitgemäss empfunden. Die Bezeichnung "geistige Behinderung" orientiert sich am Defizit und passt nicht zur ressourcenorientierten Grundhaltung von heute. Unsere Aufgabe orientiert sich vielmehr an den Ressourcen der behinderten Menschen.
Ein neuer Name musste also her. Aber welcher? Das war die grosse Frage. Eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitenden, Angehörigen und Vorstandsmitgliedern trug die Anliegen und Inhalte unserer institutionellen Arbeit zusammen. Brainstormings wurden durchgeführt, Anregungen von aussen eingeholt. Schliesslich wurden wir fündig im neuen, wohlklingenden Namen abilia. Ein Fantasiename? Auf den ersten Blick mag das vielleicht so scheinen. Von der Wortbedeutung her jedoch sagt abilia viel mehr aus.
Abilia ist in Spanien ein verbreiteter weiblicher Vorname.
Das Wort abilia kommt vom Verb habilitar = befähigen, fähig machen, bevollmächtigen.
Im Spanischen wird das h nicht ausgesprochen, daher
abilia = die Fähige, die Expertin
Englisch: ability = Fähigkeit und
disability = Unfähigkeit/Behinderung )
Damit ist der Bezug zur Kernaufgabe unserer Institution im Namen abilia sogar über die Sprachgrenzen hinweg enthalten: das Befähigen unserer KlientInnen.






